Die Turniere hinter den neu ausgestellten Pokalen und Medaillen

V.l.n.r.: Der FIFA U-20-WM-Pokal, FIFA U-20-Frauen-WM-Pokal, FIFA U-17-WM-Pokal und FIFA U-17-Frauen-WM-Pokal im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum
V.l.n.r.: Der FIFA U-20-WM-Pokal, FIFA U-20-Frauen-WM-Pokal, FIFA U-17-WM-Pokal und FIFA U-17-Frauen-WM-Pokal im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum

Seit der Eröffnung der Erweiterung der Galerie der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft sind im FIFA Museum neu zehn Pokale und drei olympische Medaillen ausgestellt. Sie repräsentieren die breite Palette an Turnieren, die von der FIFA veranstaltet bzw. im Fall der Olympischen Spiele organisiert werden.

Klar, die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ kennt jedes Kind. Doch auch die anderen Turniere begeistern weltweit Millionen von Fussballfans. Deswegen werfen wir heute einen kurzen Blick auf ihre jeweilige Geschichte.

FIFA U-20-Weltmeisterschaft™
Der älteste Jugendwettbewerb der FIFA wurde erstmals 1977 in Tunesien gespielt, damals noch unter dem Namen FIFA Junioren-Weltmeisterschaft. Das Turnier, das seit 2007 FIFA U-20-Weltmeisterschaft™ heisst, findet alle zwei Jahre statt. In seiner Geschichte waren alle sechs Kontinente schon mindestens zweimal Austragungsort. Der Titel allerdings ging mit einer Ausnahme bisher ausschliesslich nach Südamerika oder Europa. Der einzige Teilnehmer, der nicht von einem dieser beiden Kontinenten stammt und trotzdem Weltmeister werden konnte, war das Team aus Ghana, das sich 2009 den Titel sicherte. Die erfolgreichsten Teams sind Argentinien mit sechs Titeln und Brasilien mit fünf. In Europa sind die Titel hingegen deutlich stärker verteilt. Mit Ausnahme von Portugal, die 1991 ihren Titel von 1989 verteidigen konnten, schaffte es kein Team, sich mehrfach in die Siegerliste einzutragen.


FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™
Der FIFA-Juniorinnenwettbewerb wurde erstmals 2002 in Kanada ausgetragen. Im Finale besiegte das Team aus den USA die Gastgeberinnen aus Kanada durch ein Golden Goal. Das Turnier, das wie bei den Männern alle zwei Jahre stattfindet, wurde in der Folge von drei Ländern dominiert: Nach ihrem Auftaktsieg 2002 sicherten sich die USA auch 2008 und 2012 den Titel und sind gemeinsam mit Deutschland, die 2004, 2010 und 2014 siegreich waren, Rekordtitelträger mit jeweils drei Titeln. Die restlichen drei Weltmeistertitel wurden von den Nordkoreanerinnen (2006 und 2016) und Japanerinnen (2018) gewonnen. Die ersten beiden Ausgaben des Wettbewerbs 2002 und 2004 wurden als U-19 Turniere durchgeführt. Zur dritten Ausgabe 2006 wurde das Alterslimit um ein Jahr angehoben und es wird fortan als U-20-Turnier gespielt.

Der FIFA U-17-WM-Pokal (links) und FIFA U-17-Frauen-WM-Pokal im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum
Der FIFA U-17-WM-Pokal (links) und FIFA U-17-Frauen-WM-Pokal im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum (Anklicken zum Vergrössern)

FIFA U-17-Weltmeisterschaft™
Wie bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ startete die FIFA U-17-Weltmeisterschaft™ mit einem anderen Alterslimit als heutzutage. Die ersten drei Ausgaben zwischen 1985 und 1989 wurden als U-16-Turnier durchgeführt. Bereits beim allerersten Turnier 1985 in China holte Nigeria nicht nur den allerersten WM-Titel für Afrika, sondern legte auch den Grundstein für das konstant gute Abscheiden afrikanischer Teams bei diesem Wettbewerb. Nigeria selber ist mit fünf Titeln aktuell Rekordgewinner. Aber auch Ghana konnte das Turnier zweimal für sich entscheiden. Durch diese insgesamt sieben Titel ist Afrika der erfolgreichste Kontinent dieser Turnierserie. Mit Ausnahme von Ozeanien konnte bisher auch mindestens ein Land jeder Konföderation die FIFA U-17-Weltmeisterschaft gewinnen. Zu den Gewinnern zählt im Übrigen auch die Schweiz, die 2009 das Turnier in Nigeria für sich entscheiden konnte.

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™
Während die FIFA U-17-Weltmeisterschaft der Männer bisher von afrikanischen Mannschaften dominiert worden ist, gingen die meisten Titel der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™ nach Asien. Die jüngste der vier Jugend-Weltmeisterschaften der FIFA fand erstmals 2008 in Neuseeland statt. Das Turnier findet ebenfalls alle zwei Jahre statt. Vier der bisher sechs Titel wurden von asiatischen Teams gewonnen: Korea DVR, Korea Republik und Japan. Die Nordkoreanerinnen waren die ersten, und aktuell auch einzigen, die den Titel zweimal gewinnen konnte. Die gelang ihnen beim Turnier im Jahr 2016, das auch aus einem zweiten Grund Geschichte schrieb: Es fand in Jordanien statt und war die erstmalige Austragung eines globalen Frauenwettbewerbs in der arabischen Welt. In ihrer vergleichsweise kurzen Geschichte nahmen bereits 32 Teams aus allen sechs Kontinenten an der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft teil. Sechs Mannschaften davon - Korea DVR, Japan, Deutschland, Ghana, Kanada und Neuseeland – haben bisher noch kein Turnier verpasst.  

Der FIFA Futsal-WM-Pokal (links) und FIFA Beach Soccer-WM-Pokal Pokal im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum
Der FIFA Futsal-WM-Pokal (links) und FIFA Beach Soccer-WM-Pokal Pokal im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum (Anklicken zum Vergrössern)

FIFA Futsal-Weltmeisterschaft™
Von den 50 Mannschaften, die bisher an der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft™ teilgenommen hatten, konnten nur vier den Titel gewinnen. Rekordhalter mit fünf Titeln ist das Team aus Brasilien. Zusammen mit Spanien, die bisher zweimal Weltmeister geworden sind, haben sie die ersten sieben Ausgaben der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft gewinnen können. Die beiden jüngsten Weltmeister sind Argentinien, die 2016 triumphierten und Portugal, die sich den Titel bei der jüngsten Ausgabe 2021 sichern konnten. Mit Brasilien, Spanien und Argentinien konnten bisher alle Mannschaften, die an allen neun Endrunden teilgenommen haben, auch mindestens einmal den Titel gewinnen. Auf Platz vier in Bezug auf Teilnahmen, folgt das Team aus dem Iran, das achtmal beim Turnier dabei war. Seine beste Platzierung war der 3. Platz bei der Weltmeisterschaft 2016 in Kolumbien.

FIFA Beach Soccer-Weltmeisterschaft™
Der weltberühmte Strand der Copacabana in Rio de Janeiro (Brasilien) fungierte ab 2005 als Austragungsort der ersten drei Ausgaben der FIFA Beach Soccer-Weltmeisterschaft™. Dort hatten bereits in den Jahren davor sieben Weltturniere im Beach-Soccer stattgefunden. Obwohl Brasilien im Beach-Soccer stets eine Macht war, konnten der Gastgeber das erste von der FIFA organisierte Turnier 2005 nicht für sich entscheiden. Beim bisher einzigen Sieg Frankreichs bei einer Beach-Soccer-WM schaffte es Brasilien nur auf Platz drei. Im Anschluss starteten die Brasilianer allerdings eine Siegesserie und sicherten sich bis 2009 viermal in Folge den Titel. Unterbrochen wurde die Siegesserie von Russland. Die Russen gewannen 2011 ihren ersten von inzwischen drei Titeln. Mit Portugal 2015 und 2019 konnte sich zwischenzeitlich auch eine vierte Nation in die Liste der Beach-Soccer-Weltmeister eintragen. Die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft, die inzwischen alle zwei Jahre ausgetragen wird, bietet auch kleineren Nationen die Möglichkeit sich als Teilnehmer und Veranstalter in Szene zu setzen. So fand das Turnier 2013 in Tahiti und 2017 auf den Bahamas statt. Tahiti konnte auch spielerisch überzeugen und schaffte es bisher zweimal, 2015 und 2017, bis ins Finale.

FIFA Klub-Weltmeisterschaft™
Bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft™ spielen die Klubmeister aller Kontinente einmal im Jahr den Klub-Weltmeister aus. Die inoffiziellen Vorläufer des Turniers, dass nach einem Intermezzo 2000 in Brasilien seit 2005 jährlich stattfindet, geht zurück bis in die 1960er Jahre, wo sich die Gewinner der CONMEBOL Libertadores und des Europapokals der Landesmeister duellierten. Seit die FIFA das Turnier ausrichtet, nehmen traditionell Vertreter aller Konföderationen daran teil. Die ersten drei Ausgaben in den Jahren 2000, 2005 und 2006 wurden allesamt von brasilianischen Mannschaften gewonnen. Seitdem dominieren die europäischen Teams den Wettbewerb. Abgesehen von der Ausgabe im Jahr 2012, wo Corinthians aus Sao Paulo siegreich waren, triumphierte jedes Jahr eine Mannschaft aus Europa. Rekordsieger ist der spanische Spitzenverein Real Madrid, der sich den Titel bisher viermal sichern konnte.

V.l.n.r.: Die Trophäen des BlueStars/FIFA Youth Cup, FIFA Konföderationen-Pokals und FIFA Arabien-Pokals im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum
V.l.n.r.: Die Trophäen des BlueStars/FIFA Youth Cup, FIFA Konföderationen-Pokals und FIFA Arabien-Pokals im Schaukasten im FIFA Museum. | © FIFA Museum (Anklicken zum Vergrössern)

Blue Stars/FIFA Youth Cup™
Die Geschichte des Blue Stars/FIFA Youth Cup™ reicht zurück bis 1939. Damals organisierte der Zürcher Fussballverein FC Blue Stars das Jugendklubturnier zum ersten Mal. Schnell erarbeitete sich das Turnier einen guten Ruf auf nationaler und bald auch auf internationaler Ebene und fand bis 2019 ununterbrochen jedes Jahr im Frühling statt. 2020 und 2021 wurde das Turnier Corona-bedingt abgesagt. Die FIFA veranstaltet das Turnier seit 1991. Seit dem 80. Jubiläum im Jahr 2018 sind auch Frauenteams mit dabei. Die Teilnehmerliste liest sich wie ein Who-is-who des internationalen Vereinsfussballs: Unter anderen nahmen schon die spanischen Spitzenclubs Real Madrid und FC Barcelona, Juventus Turin, Bayern München, River Plate und Boca Juniors teil. Auch spätere Superstars wie David Beckham, Kaká oder Pep Guardiola glänzten mit ihrer Anwesenheit. Rekordsieger mit 18 Titeln ist Manchester United.

FIFA Konföderationen-Pokal™
Teil der Ausstellung ist auch der Pokal eines Turniers, dass es gar nicht mehr gibt. Der FIFA Konföderationen-Pokal™ fand erstmals 1992 in Saudi-Arabien statt, damals noch unter dem Namen ”Internationaler Meisterpokal”. Nach der zweiten Ausgabe 1995 wurde das Turnier dann 1997 in FIFA Konföderationen-Pokal umbenannt. Mit dem neuen Namen wurde auch ein neuer Spielmodus eingeführt. Neu bestand das Teilnehmerfeld aus dem jeweiligen Kontinentalmeister, dem amtierenden Weltmeister und dem Gastgeber. Den ersten Titel unter neuem Namen und neuem Modus sicherten sich 1997 die Brasilianer. Bis 2005 fand der FIFA Konföderationen-Pokal alle zwei Jahre statt. Im Anschluss daran nur noch alle vier Jahre, und zwar jeweils ein Jahr vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft. Gastgeber war ab diesem Zeitpunkt auch immer die Ausrichternation der folgenden WM. Die vorläufig letzte Ausgabe fand dementsprechend 2017 in Russland statt. Rekordgewinner des FIFA Konföderationen-Pokals ist mit vier Titeln die Nationalmannschaft Brasiliens, die nach 1997 auch 2005, 2009 und 2013 gewann.

FIFA Arabien-Pokal™
Der erste FIFA Arabien-Pokal™ fand im November und Dezember 2021 in Katar statt. Das macht das Turnier zum jüngsten Turnier, das von der FIFA veranstaltet wird. Seine Wurzeln reichen aber bis in die 1960er Jahre zurück. 1963 trafen sich im Libanon fünf Nationalteams aus arabischen Ländern, um einen Arabischen Champion auszuspielen. Das Turnier wurde von der Mannschaft aus Tunesien gewonnen. Nach zwei weiteren Turnieren 1964 und 1966, die beide vom Irak gewonnen wurden, folgte eine fast 20-jährige Pause, ehe die Turnierserie 1985 fortgesetzt wurde. Es folgten fünf weitere Ausgaben bis 2012. Von den insgesamt neun Turnieren in dieser Zeit konnte der Irak vier für sich entscheiden. Saudi-Arabien triumphierte zweimal, Marokko einmal. 2021 wurde das Turnier dann zum ersten Mal von der FIFA veranstaltet – als Generalprobe für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™. Nach einem 2-0-Sieg nach Verlängerung im Finale gegen Tunesien holte sich das Team aus Algerien als erstes Land die neue Trophäe.

Medaillen von Olympischen Fussballturnieren. IOC Culture & Heritage Collections – Artefacts
Medaillen von Olympischen Fussballturnieren. IOC Culture & Heritage Collections – Artefacts (Anklicken zum Vergrössern)

Olympische Fussball- und Futsalturniere
Der Fussball ist eine Sportart mit sehr langer Olympischen Tradition. Bereits bei der zweiten Ausgabe der Olympischen Spiele der Neuzeit in Jahr 1900 gab er sein Debüt als Demonstrationssport. Seit den Spielen 1908 in London ist er offizielle olympische Disziplin. Was viele nicht wissen, ist, dass das Männerturnier seit 1924 direkt von der FIFA organisiert wird. Das macht es zum ältesten, von der FIFA organisierten Wettbewerb. Seit 1992 ist das Turnier auf U-23-Spieler beschränkt. Nicht so bei den Frauen. Dort ist Fussball seit den Spielen 1996 in Atlanta olympisch. Hier gibt es keine Altersbeschränkung. Auch bei den Olympischen Jugendspielen gehört Fussball seit 2010 zum Programm. Allerdings wurde 2018 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern auf Futsal umgestellt. Bei den im Museum ausgestellten Olympischen Medaillen handelt es sich um Leihgaben der IOC Culture & Heritage Collections.

 

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