Gianluca Zambrotta: Mit Omeletts zum WM-Titel

FIFA Museum-Botschafter Gianluca Zambrotta begeisterte beim History Makers Live-Talk diese Woche im FIFA Museum über 150 Besucher mit den besten Anekdoten aus seiner Karriere. Ausserdem hatte er noch ein paar Tipps für ambitionierte Nachwuchskicker und eine Überraschung für Museumsdirektor Marco Fazzone im Gepäck.

Welchen Einfluss können ein paar verquirlte und aufgeschlagen Eier auf den Gewinn des Titels bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ haben? Geht es nach FIFA Museum-Botschafter Gianluca Zambrotta, dann einen ganz entscheidenden. Zusammen mit seinem Freund und Mitspieler Simone Barone hatte Zambrotta bei der WM 2006 in Deutschland zwei Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Ghana Omeletts gegessen. Das anschliessende Spiel wurde gewonnen. Grund genug für die beiden Italiener das Omelett-Essen zur Tradition vor allen WM-Spielen zu machen. Das Ergebnis kennen wir alle: Italien wurde Weltmeister.

Aber natürlich waren die Eier nicht der einzige Grund, warum Zambrotta mit Italien den WM-Titel in Deutschland gewonnen hat. Beim History Markers Live-Talk im FIFA Museum vor ausverkauftem Haus hob der Weltmeister vor allem den hervorragenden Teamgeist der Mannschaft hervor. Gespickt mit Superstars wie Gianluigi Buffon, Andrea Pirlo, Fabio Cannavaro, Francesco Totti und auch Gianluca Zambrotta, hätten alle Spieler sich nicht nur untereinander hervorragend verstanden, sondern auch alles dem Erfolg der Mannschaft untergeordnet. Auch heute würden sie sich noch super verstehen und seien noch regelmässig in Kontakt. Ein WM-Titel schweisst halt zusammen.

Zambrotta erzählte beim Live-Talk aber nicht nur von seinem grössten Erfolg als Spieler. Er hatte auch eine bzw. drei Überraschungen für Museumsdirektor Marco Fazzone mit dabei. Dem sichtlich begeisterten Direktor übergab er für die Museumskollektion ein Paar Schienbeinschoner und ein Paar Fussballschuhe, die er beide bei der Weltmeisterschaft 2006 getragen hatte, sowie ein goldenes Paar Fussballschuhe, das Italiens Ausrüster allen Spielern der Weltmeistermannschaft nach dem Turnier geschenkt hatte. Nun sei es am Direktor, einen geeigneten Platz zu finden die Objekte auszustellen.

Neben den Objekten für die Museumskollektion hatte Zambrotta auch ein paar Tipps für ambitionierte Nachwuchskicker und ihre Eltern im Gepäck. Während er von den Anfängen seiner eigenen Karriere als Fussballer erzählte, die auf dem Fussballplatz einer Kirche in Como begann und über die Jugendakademie von Como Calcio bis zum AS Bari in die Serie A führte, gab er ihnen mit auf den Weg, dass Spass am Fussball das Allerwichtigste sei. Das würde er Kindern immer als Erstes sagen. Für die Eltern sei wichtig, dass sie ihren Kindern die Freiheit liessen, selbst Entscheidungen zu treffen. Zu viel Druck von den Eltern könnte mehr schaden als helfen. Ausserdem müsse man einen Club finden, der einem auch etwas beibringen kann. Für ihn sei das der AS Bari unter Trainer Eugenio Fascetti gewesen. Club und Trainer waren damals dafür bekannt, dass sie junge Spieler nicht nur weiterentwickelten und förderten, sondern ihnen auch die entsprechende Spielzeit gaben. Davon habe er als junger Profi enorm profitiert, erinnerte sich Zambrotta und schlug damit einen Bogen zum aktuellen Stand der italienischen Nationalmannschaft.

Angesprochen darauf, dass das Team dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft verpassen würde, sagte der ehemalige Aussenverteidiger, dass junge Spieler vor allem eins benötigen, um sich weiterzuentwickeln: Spielzeit auf höchstem Niveau. Daran müsse man in Italien arbeiten und nach der verpassten Qualifikation zur WM 2022 ein neues Team aufbauen. Das brauche natürlich Zeit.

Bevor Zambrotta sich anschliessend jede Menge Zeit nahm und alle Autogramm- und Selfiewünsche des Publikums erfüllte, schloss er den Live-Talk aber mit einer positiven Note: Man dürfe nicht denken, dass nach der verpassten WM-Qualifikation jetzt alles schlecht sei. Man müsse sich nur an den aktuellen Europameister erinnern: Das sei schliesslich Italien.

 

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