240 Jahre Extraklasse

Innerhalb von 8 Tagen, zwischen dem 23. und dem 31. Oktober 2020 feiern wir die runden Geburtstage von drei Fussballern, die alle eine glanzvolle Karriere hatten und durch die Hauptrolle beim Gewinn eines WM-Finales gekrönt wurden. Am 31. Oktober, hätte Fritz Walter, der Kapitän der Bundesrepublik Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1954, seinen 100. Geburtstag gefeiert. Am 23. Oktober feiert Pelé seinen 80. Geburtstag, während eine Woche später, am 30. Oktober, Diego Maradona 60 Jahre alt wird.

Aus Anlass dieser 240 Jahre Extraklasse haben wir in unserem Archiv gegraben und werden euch zu jedem der drei Starspieler zehn Bilder und zehn historische Anekdoten präsentieren. Zur Feier ihres Platzes in der Fussballgeschichte verlosen wir auch drei Bücher über die Geschichte der Weltmeisterschaft. Zum Mitmachen einfach nach unten scrollen.

Wir beginnen die Serie mit einer Hommage an Pelé und seine Rolle in einem Spiel, das von vielen als eines der schönsten aller Zeiten angesehen wird - dem WM-Finale 1970.

Pelé - 23.10.1940

Pele mit Mario Zagalo

Pelé sagte über Trainer João Saldanha: "Immer, wenn wir am Rand des Spielfelds eine Gruppe sahen, hatte João jemanden eingeladen, die Dinge mit Fäusten zu regeln." Saldanha wurde vor der WM durch Mario Zagalo ersetzt. © SportArchive / FIFA Museum

Pelé auf der Tribüne

Bis 1974 erhielten nur Spieler, die im Finale spielten, eine Siegermedaille. Pelé erhielt jedoch drei, obwohl er nur an zwei Endspielen teilnahm. Der brasilianische Verband produzierte Medaillen für die gesamte Mannschaft. © Popperfoto / GettyImages

Pelé und Tarcisio Burgnich

Pelé (links) erzielte im Finale 1970 den 100. Treffer Brasiliens bei einer Weltmeisterschaft. Er war aber nicht der erste, der in zwei Endspielen ein Tor erzielte, sein Teamkollege Vava traf sowohl 1958 als auch 1962 im Finale. © Popperfoto / GettyImages

Pelés berühmter Torjubel

Pelés Torjubel wurde vom brasilianischen Militärregime zu Propagandazwecken genutzt. "Ich habe meine Tore immer so gefeiert. [...] Die Assoziation war nicht fair. Es hatte nichts mit dem zu tun, was in dieser Zeit geschah." © SportArchive / FIFA Museum

Pelé feiert ein Tor

Nur vier Spieler haben in WM-Finalen drei Tore erzielt. Neben Pelé (Nummer 10) (1958 und 1962) sind dies Vava (1958 und 1962), der Engländer Geoff Hurst (1966) und der Franzose Zinedine Zidane (1998 und 2006). © Popperfoto / GettyImages

Pelée beim Freistoss

Pelé (2. v.r.) wurde ein rekordbrechendes 4. Tor in einem WM-Finale verwehrt. Nach einem Freistoss schoss er den Ball gerade an Torhüter Albertosi vorbei, als der Schiedsrichter zur Halbzeitpause pfiff. © Rolls Press / Popperfoto / GettyImages

Jairzinho feiert sein Tor im WM-Finale 1970

Pelé (3. v.l.) bereitete im Finale 1970 zwei Tore vor. Für das dritte brasilianische Tor köpfte er den Ball zu Jairzinho (3. v.l.), der den Ball über die Linie drückte. © Rolls Press / Popperfoto / GettyImages

Carlos Alberto feiert sein Tor

Das vierte Tor Brasiliens wird als das grossartigste Tor in einem WM-Finale bezeichnet. Gleichzeitig wird es auch das Tor des Präsidenten genannt, da der brasilianische Präsident vier Tore für Brasilien vorausgesagt hatte. © Popperfoto / GettyImages

Das Brasilianische Team vor dem Anpfiff

Pelé ist sich über den Status der Mannschaft von 1970, in der er spielte, im Klaren. "Diese brasilianische Mannschaft war ohne Zweifel die beste Mannschaft aller Zeiten. © Popperfoto / GettyImages

Pelé mit dem Jules Rimet Cup

1970 war das letzte Mal, dass der sagenumwobenen Jules Rimet Cup vergeben wurde. Pelé erhielt eine Replika, die er 2016 in einer Auktion für eine halbe Million Dollar an den Schweizer Uhrenhersteller Hublot verkaufte. © Popperfoto / GettyImages

 

Diego Armando Maradona – 30.10.1960

Im zweiten Teil unserer Serie bedeutender Geburtstage feiern wir Diego Maradona, der am 30. Oktober 2020 60 Jahre alt wird. Gibt es eine bessere Art und Weise, den Geburtstag eines der grössten Fussballer aller Zeiten zu feiern, als sich an den Tag zu erinnern, an dem er und Argentinien 1986 die Welt eroberten?

Das WM-Finale 86 hätte Maradonas zweites sein können. Er gehörte zur Vorauswahl der WM 78, wurde aber von Trainer Menotti (links) gestrichen. "Ich weinte mir die Augen aus, als ich nicht berücksichtigt wurde", so Maradona. © Bob Thomas / GettyImages

Das WM-Finale 86 hätte Maradonas zweites sein können. Er gehörte zur Vorauswahl der WM 78, wurde aber von Trainer Menotti (links) gestrichen. "Ich weinte mir die Augen aus, als ich nicht berücksichtigt wurde", so Maradona. © Bob Thomas / GettyImages

Maradona und Platini kamen 1986 als die besten Spieler der Welt zur WM. Laut Argentiniens Trainer von 1986, Carlos Bilardo, "erhalten grossartige Spieler wie Platini nicht die gleiche Bedeutung, weil sie die WM nicht gewonnen haben". © Buzzi / Imago

Maradona und Platini kamen 1986 als die besten Spieler der Welt zur WM. Laut Argentiniens Trainer von 1986, Carlos Bilardo, "erhalten grossartige Spieler wie Platini nicht die gleiche Bedeutung, weil sie die WM nicht gewonnen haben". © Buzzi / Imago

Maradona schoss alle Tore im Viertel- und Halbfinale, aber keines im Finale. Dort schoss Jose-Louis Brown das erstes Tor. Er war mit den Brown-Brüdern verwandt, von denen zwei 1902 im ersten Spiel Argentiniens überhaupt spielten. © Bob Thomas / GettyImage

Maradona schoss alle Tore im Viertel- und Halbfinale, aber keines im Finale. Dort schoss Jose-Louis Brown das erstes Tor. Er war mit den Brown-Brüdern verwandt, von denen zwei 1902 im ersten Spiel Argentiniens überhaupt spielten. © Bob Thomas / GettyImage

Jorge Valdano erzielte Argentiniens zweites Tor im Finale und wusste um Maradonas Genie: "Wir hatten grosses Glück, einen Maradona zu finden, der von einem anderen Planeten war und sich auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn befand". © Bob Thomas / GettyImages

Jorge Valdano erzielte Argentiniens zweites Tor im Finale und wusste um Maradonas Genie: "Wir hatten grosses Glück, einen Maradona zu finden, der von einem anderen Planeten war und sich auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn befand". © Bob Thomas / GettyImages

Das grösste Duell gab es zwischen Maradona und dem deutschen Kapitän Lothar Matthäus. Gegen Ende des Spiels bei Stand von 0:2 wurde Matthäus von seinen Defensivpflichten befreit und die Deutschen erzielten noch den Ausgleich. @ Michael King / GettyImages

Das grösste Duell gab es zwischen Maradona und dem deutschen Kapitän Lothar Matthäus. Gegen Ende des Spiels bei Stand von 0:2 wurde Matthäus von seinen Defensivpflichten befreit und die Deutschen erzielten noch den Ausgleich. @ Michael King / GettyImages

Nach dem Ausgleich blieben die Argentinier laut Valdano gelassen. "Ich sagte zu Maradona und Burruchaga, dass wir eine grosse Chance vertan hatten [...]. Sie antworteten, ich solle mir keine Sorgen machen. Wir würden gewinnen." © Bob Thomas / GettyImages

Nach dem Ausgleich blieben die Argentinier laut Valdano gelassen. "Ich sagte zu Maradona und Burruchaga, dass wir eine grosse Chance vertan hatten [...]. Sie antworteten, ich solle mir keine Sorgen machen. Wir würden gewinnen." © Bob Thomas / GettyImages

Rudi Völlers Ausgleich war bis 2006 das letzte Tor eines unterlegenen Teams im Finale. Seitdem haben nur drei Spieler von Finalverlierern ein Tor erzielt: Zidane 2006 und Kroatiens Perisic and Mandzukic 2018. © Steve Hale / FIFA Museum

Rudi Völlers Ausgleich war bis 2006 das letzte Tor eines unterlegenen Teams im Finale. Seitdem haben nur drei Spieler von Finalverlierern ein Tor erzielt: Zidane 2006 und Kroatiens Perisic and Mandzukic 2018. © Steve Hale / FIFA Museum

Der Siegtreffer von Jorge Burruchaga wurde durch den überragenden Pass von Maradona ermöglicht. "Der Geist eines Genies arbeitet mit erstaunlicher Geschwindigkeit und einer aussergewöhnlichen Komplexität", erklärt Jorge Valdano. © Bongarts / GettyImages

Der Siegtreffer von Jorge Burruchaga wurde durch den überragenden Pass von Maradona ermöglicht. "Der Geist eines Genies arbeitet mit erstaunlicher Geschwindigkeit und einer aussergewöhnlichen Komplexität", erklärt Jorge Valdano. © Bongarts / GettyImages

Es heisst oft, dass Weltmeisterschaften von grossen Teams gewonnen werden, aber die WM 1986 von Maradona gewonnen wurde. Er aber widerspricht. "Nein, nein, nein! Wir hatten eine fantastische Mannschaft." © GMT Sport / Pier Giorgio Giavelli / FIFA Museum

Es heisst oft, dass Weltmeisterschaften von grossen Teams gewonnen werden, aber die WM 1986 von Maradona gewonnen wurde. Er aber widerspricht. "Nein, nein, nein! Wir hatten eine fantastische Mannschaft." © GMT Sport / Pier Giorgio Giavelli / FIFA Museum

Laut Valdano war es für seine Mitspieler nicht immer leicht. "Ein Team muss wissen, wie man mit einem Genie umgeht. Maradona ist ein Künstler, aber wir waren sehr reif und wussten mit ihm zurechtzukommen. © GMT Sport / Pier Giorgio Giavelli / FIFA-Museum

Laut Valdano war es für seine Mitspieler nicht immer leicht. "Ein Team muss wissen, wie man mit einem Genie umgeht. Maradona ist ein Künstler, aber wir waren sehr reif und wussten mit ihm zurechtzukommen. © GMT Sport / Pier Giorgio Giavelli / FIFA-Museum

Maradona über das Stemmen des WM-Pokals: "Diesen Pokal für dein Land in die Höhe zu heben, ist etwas ganz Besonderes. Ich erinnere mich an jedes Detail, an jeden Moment." © Kazuyoshi Shimizu / Kishimoto / FIFA-Museum

Maradona über das Stemmen des WM-Pokals: "Diesen Pokal für dein Land in die Höhe zu heben, ist etwas ganz Besonderes. Ich erinnere mich an jedes Detail, an jeden Moment." © Kazuyoshi Shimizu / Kishimoto / FIFA-Museum

 

Fritz Walter – 31.10.1920

Im letzten Teil unserer Serie von runden Geburtstagen widmen wir uns dem Kapitän des Weltmeisters von 1954: Fritz Walter. Der westdeutsche Halbstürmer, der 2002 im Alter von 81 Jahren starb, wäre am 31. Oktober 100 Jahre alt geworden.

Unser Blick richtet sich auf jenes epische WM-Finale von 1954, das die Deutschen mit 3:2 gewannen. Gegner waren die mächtigen Ungarn, eine Mannschaft, die von 1950 bis 1956 nur ein Spiel verlor - das WM-Finale von 1954. Ottmar Walter spielte an diesem Nachmittag in Bern an der Seite seines Bruders, und es sind seine Worte, die uns an die Ereignisse dieses Tages erinnern.

Fritz Walter (links) und sein Bruder Ottmar (5. v.l.) waren die ersten Geschwister, die gemeinsam Weltmeister wurden. Die einzigen anderen waren Bobby und Jack Charlton 1966. Laut Ottmar verstanden sich die Brüder auf dem Platz blind. © FIFA-Museum

Fritz Walter (links) und sein Bruder Ottmar (5. v.l.) waren die ersten Geschwister, die gemeinsam Weltmeister wurden. Die einzigen anderen waren Bobby und Jack Charlton 1966. Laut Ottmar verstanden sich die Brüder auf dem Platz blind. © FIFA-Museum

Fritz Walter war die rechte Hand von Trainer Sepp Herberger. Sein Bruder erklärte: “[Herberger] hat das Team zusammengeschweisst ... so dass kein Zweifel bestand, dass alle füreinander da waren und ihr Bestes geben würden.” © Sport Archive / FIFA Museum

Fritz Walter war die rechte Hand von Trainer Sepp Herberger. Sein Bruder erklärte: “[Herberger] hat das Team zusammengeschweisst ... so dass kein Zweifel bestand, dass alle füreinander da waren und ihr Bestes geben würden.” © Sport Archive / FIFA Museum

Im 2. Weltkrieg fing sich Fritz Walter Malaria ein und fand es schwierig, bei heissem Wetter zu spielen. Zum Glück regnete es am Finaltag. Ein regnerischer Tag ist in Deutschland immer noch als "Fritz-Walter-Wetter" bekannt. © Popperfoto / GettyImages

Im 2. Weltkrieg fing sich Fritz Walter Malaria ein und fand es schwierig, bei heissem Wetter zu spielen. Zum Glück regnete es am Finaltag. Ein regnerischer Tag ist in Deutschland immer noch als "Fritz-Walter-Wetter" bekannt. © Popperfoto / GettyImages

Das Siegerteam 1954 bestand im Kern aus 5 Spielern aus Kaiserslautern, darunter die Walters. Für Ottmar war dies entscheidend ... "Wir waren es gewohnt, zusammen zu spielen. Die anderen stellten sich darauf ein." © Sport-Archiv / FIFA-Museum

Das Siegerteam 1954 bestand im Kern aus 5 Spielern aus Kaiserslautern, darunter die Walters. Für Ottmar war dies entscheidend ... "Wir waren es gewohnt, zusammen zu spielen. Die anderen stellten sich darauf ein." © Sport-Archiv / FIFA-Museum

Fritz Walter schrieb Horst Eckel stets entscheidenden Einfluss auf das Spiel zu. Ottmar stimmte dem zu. "Er hat Puskás in den Boden gerammt. Wenn Puskás irgendwo hinsah, war Horst direkt hinter ihm. ... Er hatte ihn voll unter Kontrolle." © FIFA-Museum

Fritz Walter schrieb Horst Eckel stets entscheidenden Einfluss auf das Spiel zu. Ottmar stimmte dem zu. "Er hat Puskás in den Boden gerammt. Wenn Puskás irgendwo hinsah, war Horst direkt hinter ihm. ... Er hatte ihn voll unter Kontrolle." © FIFA-Museum

Der deutsche Posipal sprach Ungarisch und überhörte die übermütigen Hidegkuti und Czibor: "Wir lassen sie noch ein bisschen dranbleiben, dann schiessen wir noch 2 Tore, dann ist das Spiel zu Ende". Innerhalb von zehn Minuten stand es 2:2. © FIFA-Museum

Der deutsche Posipal sprach Ungarisch und überhörte die übermütigen Hidegkuti und Czibor: "Wir lassen sie noch ein bisschen dranbleiben, dann schiessen wir noch 2 Tore, dann ist das Spiel zu Ende". Innerhalb von zehn Minuten stand es 2:2. © FIFA-Museum

Das Siegtor erzielte Helmut Rahn. "[Er] schoss den Ball aus 17 Metern ins Tor", erinnerte sich Ottmar. "Zu diesem Zeitpunkt war für uns klar, dass wir die letzten Minuten überstehen und Weltmeister werden würden. “© Sport-Archiv / FIFA-Museum

Das Siegtor erzielte Helmut Rahn. "[Er] schoss den Ball aus 17 Metern ins Tor", erinnerte sich Ottmar. "Zu diesem Zeitpunkt war für uns klar, dass wir die letzten Minuten überstehen und Weltmeister werden würden. “© Sport-Archiv / FIFA-Museum

Zwischen den beiden Mannschaften gab es viel Sportsgeist, aus dem in den folgenden Jahren eine starke Freundschaft wurde. Ottmar Walter sagte: “Wir gingen in einem Jahr nach Ungarn und sie kamen im nächsten Jahr hierher.“  © Sport-Archiv / FIFA-Museum

Zwischen den beiden Mannschaften gab es viel Sportsgeist, aus dem in den folgenden Jahren eine starke Freundschaft wurde. Ottmar Walter sagte: “Wir gingen in einem Jahr nach Ungarn und sie kamen im nächsten Jahr hierher.“ © Sport-Archiv / FIFA-Museum

Ottmar sprach für das ganze Team, als er über den WM-Sieg sagte: "Wir haben dazu beigetragen, dass Deutschland wieder respektiert wurde und gezeigt, dass die Deutschen nicht barbarisch, sondern im Sport anständige Menschen sind." © Popperfoto / GettyImage

Ottmar sprach für das ganze Team, als er über den WM-Sieg sagte: "Wir haben dazu beigetragen, dass Deutschland wieder respektiert wurde und gezeigt, dass die Deutschen nicht barbarisch, sondern im Sport anständige Menschen sind." © Popperfoto / GettyImage

Der WM-Sieg hatte eine tiefe Nachkriegswirkung. Franz Beckenbauer: "Wir hatten versucht, das Land wieder aufzubauen, und dann kam dieser grandiose Sieg ... es war der wichtigste Sieg der deutschen Fussballgeschichte.” © Sport-Archiv / FIFA-Museum

Der WM-Sieg hatte eine tiefe Nachkriegswirkung. Franz Beckenbauer: "Wir hatten versucht, das Land wieder aufzubauen, und dann kam dieser grandiose Sieg ... es war der wichtigste Sieg der deutschen Fussballgeschichte.” © Sport-Archiv / FIFA-Museum