Ein Computerspieltanz, ein selbstbewusster Einwechselspieler, ein Paar Schuhe und ein Spielzeugsuperstar aus Italien

Die #WorldCupAtHome-Spiele vom letzten Wochenende führten uns zurück bis in die 90er Jahre, als wir sahen, wie einer der ganz Grossen des Spiels zwei elementare Treffer erzielte. Wir wurden Zeuge eine Fortnite-Torjubels, der Fortsetzung eines mexikanischen Fluches und vom letzten Golden Goal bei einem FIFA-Turnier.

 

Freitag, 10. April
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft USA 1994, Nigeria – Italien 1:2 n.V. (Achtelfinale)
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Italien startete 1994 als einer der Favoriten in die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in den USA. Ihr Starspieler war der Spielmacher Roberto Baggio, der im Vorjahr zum FIFA-Spieler des Jahres gekürt wurde und auch den Ballon d'Or gewann. In der Kollektion des FIFA Museums haben wir eine Forza Campioni-Figur von ihm (natürlich in neuwertigem Zustand und in der ungeöffneten Originalverpackung). Überraschenderweise taten sich Baggio und seine Teamkollegen in der Gruppenphase schwer. In ihrer Gruppe belegten sie lediglich Rang drei der Tabelle und qualifizierten sich als viert-bester Gruppendritter gerade noch so für das Achtelfinale. Nigeria hingegen konnte seine Gruppe gewinnen. Nicht schlecht für einen WM-Debütanten. Trotzdem gingen die Italiener als Favorit in die Partie gegen die Afrikaner. Aber es waren Nigerianer, die in der ersten Halbzeit ins Tor trafen. Sie schafften es sogar fast, diese Führung bis zum Schlusspfiff zu behaupten. Aber in der 89. Minute gelang es Roberto Baggio, das Spiel mit seinem ersten Tor des Turniers auszugleichen. In der 11. Minute der Verlängerung war es dann erneut Baggio, der Italiens Einzug ins Viertelfinale durch einen verwandelten Elfmeter sicherte. Nach diesen beiden Toren fand Baggio schliesslich zu seiner Form und führte seine Mannschaft ins Finale, indem er im Viertelfinale und im Halbfinale drei der vier italienischen Tore erzielte. Nachdem er in den ersten drei Ko-Spielen die Rolle des triumphalen Helden übernommen hatte, wurde Baggio im Finale zum tragischen Helden, als er den entscheidenden Strafstoss für Italien im Elfmeterschiessen über das Tor schoss. Sein unglücklicher Fehlschuss bedeutete, dass Brasilien zum vierten Mal Weltmeister wurde. Baggio wurde mit dem Silbernen Ball als zweitbester Spieler des Turniers ausgezeichnet und ins All-Star-Team berufen. Er kam dem Gewinn einer Weltmeisterschaft nie näher als in diesem Sommer, aber er hält immer noch den Rekord als einziger Italiener, der bei drei verschiedenen Weltmeisterschaften (1990, 1994 und 1998) mindestens ein Tor erzielen konnte.

 

Samstag, 11. April
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018, Frankreich – Argentinien 4:3 (Achtelfinale)
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 Das Duell zwischen Frankreich und Argentinien im Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Russland war ein Spiel vieler Höhepunkte. Es war das erste WM-Spiel in der Geschichte, das mit 4:3 endete, ohne in die Verlängerung zu gehen. Der französische Verteidiger Benjamin Pavard erzielte sein erstes und bislang einziges Länderspieltor, das später zum Tor des Turniers gewählt wurde. Sein Trainer, Didier Deschamps, stand bei diesem Spiel zum 80. Mal an der Seitenlinie und wurde damit zum dienstältesten Trainer in der Geschichte der französischen Nationalmannschaft. Und dann war da noch Antoine Griezmann. Nachdem er das erste Tor des Spiels erzielt hatte, feierte er mit einem Tanz names Take the L aus dem beliebten Computerspiel Fortnite. Es war nicht das erste Mal, dass Griezmann dies nach einem Tor machte und er ist auch nicht der einzige Spieler, der ein Tor mit einer Homage an ein Computerspiel feiert. Aber er tat es bei der Weltmeisterschaft definitiv auf der grössten Bühne. Sein kurzärmeliges Shirt, das für dieses Spiel vorbereitet wurde, ist jetzt Teil unserer Sammlung. Griezmann erzielte bei der WM noch zwei weitere Tore und wurde damit Zweiter in der Torschützenliste. In einem spannenden Finale gewann den Titel mit Frankreich und wurde dort auch zum Spieler des Spiels ernannt.

 

Sonntag, 12. April
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014, Niederlande gegen Mexiko 2: 1 (Achtelfinale)
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Als der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar in der 76. Minute des Achtelfinals der Weltmeisterschaft in Brasilien eingewechselt wurde, führte Mexiko mit 1:0. Es schien lange, als könnten die Mexikaner etwas erreichen, was sie seit der FIFA-Weltmeisterschaft 1986 nicht mehr geschafft hatten: ins Viertelfinale vorstossen. Aber Huntelaar hatte etwas dagegen. Zunächst bereitete er in der 88. Wesley Sneiders Ausgleich vor. Damit aber nicht genug. Ein paar Minuten später, als alle damit rechneten, dass das Spiel in die Verlängerung gehen würde, erhielten die Niederlande einen Elfmeter und Hunterlaar verwandelte eiskalt. Was viele nicht wissen: eigentlich war Arjen Robben der etatmässige Elfmeterschütze der Elftal. Weil er sich aber so sicher fühlte, bot Huntelaar Robben an, den Elfmeter zu schiessen. Huntelaars Trikot aus dem Spiel ist jetzt Teil unserer Sammlung im FIFA-Museum. Die Niederlage Mexikos war die Fortsetzung einer mexikanischen Negativserie. Seit der Weltmeisterschaft 1994 erreichte Mexiko zwar bei jeder WM das Achtelfinale, verlor aber auch alle diese Spiele. Die Serie hält bis heute an, nachdem Mexiko bei der Weltmeisterschaft 2018 auch zum siebten Mal in Folge das Achtelfinale verlor. Apropos Achtelfinale, die WM 2014 war auch die erste und bisher einzige FIFA Weltmeisterschaft, seit 1986 die Achtelfinale eingeführt wurden, bei der alle acht Gruppensieger das ihre Achtelfinalspiele gewinnen konnten und das Viertelfinale erreichten.

 

Montag, 13. April
FIFA Frauen Weltmeisterschaft USA 2003, Deutschland – Schweden 1:0 (Golden Goal in Verl.) (Finale)
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Die deutsche Nationalspielerin Nia Künzer schaffte es sogar im Vergleich zu Klaas-Jan Huntelaar in noch kürzerer Zeit noch grösseres zu bewegen. Sie wurde in der 88. Minute des Finales der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft USA 2003 zwischen Deutschland und Schweden beim Stande von 1:1 eingewechselt. Wenige Minuten später ging das Spiel in die Verlängerung. Damals war die Golden Goal-Regel noch aktiv. Das bedeutete, dass jedes erzielte Tor das Spiel sofort beenden und die Mannschaft, die das Tor erzielte, gewinnen würde. Nach nur acht Minuten in der Verlängerung köpfte Nia Künzer einen Freistoss von Renate Lingo an Schwedens Torhüter vorbei und erzielte damit das letzte Golden Goal in einem FIFA Turnier. Das Tor beendete das Spiel und machte die deutschen Spielerinnen zum ersten Mal zu Weltmeisterinnen. Den Titel konnten die Deutschen vier Jahre später bei der FIFA Frauen Weltmeisterschaft China 2007 erfolgreich verteidigen. Die Weltmeisterschaft 2003 war ausserdem die erste FIFA Weltmeisterschaft, bei der eine Trainerin den Titel gewinnen konnte. Darüber hinause wurde Künzers goldenes Tor zum ersten von einer Frau erzielten Tor, das in Deutschland zum “Tor des Jahres“ gewählt wurde. Obwohl sie das Tor mit dem Kopf erzielte, sind wir sehr stolz darauf Künzers Schuhe, die sie im Finale trug, in unserer Sammlung zu haben.

 

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