Ein junger Champion, eine alte Rivalität, ein unerwartetes Ende und eine geschichtsträchtige Kopie

Letztes Wochenende durften wir beim #WorldCupAtHome einem der grössten Spieler in der Geschichte des Fussballs bei seinem ersten grossen Turnier zusehen. Ausserdem wurden wir Zeuge eines Höhepunkts einer grossen Rivalität und erlebten einen Moment der Grösse trotz einer bitteren Niederlage. Viel Spass mit unserem Rückblick auf die #WorldCupAtHome-Spiele.

 

Freitag, 1. Mai
FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Niederlande 2005, Basilien – Argentinien 1:2 (Halbfinale)
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Bereits in jungen Jahren wusste der Argentinier Lionel Messi die Massen zu begeistern. So auch beim #WorldCupAtHome-Spiel von der Junioren-Weltmeisterschaft 2005 in den Niederlanden. Er brachte sein Team mit seinem Tor zum 1:0 im Halbfinale gegen Brasilien auf die Siegerstrasse Richtung Finale. Dort erzielte er beim 2:1 Sieg über das Team aus Nigeria sogar beide Tore. Mit seiner Leistung löste er Vergleiche zu einem jungen Maradona aus, der die Argentinische Juniorennationalmannschaft 1979 zum Titel geführt hatte. Zwei Jahre davor, 1977, feierte das zweitälteste FIFA-Turnier nach der Weltmeisterschaft für Männer seine Premiere in Tunesien. Mit sechs Siegen sind die Argentinier bis heute Rekordsieger dieses Turniers, das nach 2005 von Junioren-Weltmeisterschaft in U-20-Weltmeisterschaft umbenannt wurde. 2005 gewann Messi übrigens nicht nur den Titel, sondern auch den Golden Boot als Torschützenkönig und den Golden Ball für den besten Spieler des Turniers. Neun Jahre später wurde er erneut zum besten Spieler des Turniers gekürt. Dieses Mal allerdings als Kapitän der Argentinischen Nationalmannschaft bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Sein Trikot aus diesem Turnier ist Teil unserer Kollektion.

 

Samstag, 2. Mai
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Italien 1990, Bundesrepublik Deutschland – Niederlande 2:1 (Achtelfinale)
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Beim Achtelfinale der WM 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden ging es heiss her. Noch bevor ein Tor erzielt wurde, schickte der Schiedsrichter mit Frank Rijkard und Rudi Völler je einen Spieler beider Teams mit glatt Rot vom Platz. Den zusätzlichen Platz auf dem Feld nutzen die Deutschen anschliessend besser aus und gewannen schliesslich mit 2:1 nach Toren von Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme. Den Niederlanden gelang lediglich per Strafstoss von Ronald Koeman der Anschlusstreffer. Damit ging das Spiel genauso aus, wie das Finale der WM 1974 in Deutschland, dass die Deutschen ebenfalls mit 2:1 gewinnen konnten. Vielleicht ein gutes Omen, denn im Anschluss an den Sieg im Achtelfinale 1990 konnte das deutsche Team auch seine weiteren Spiele gewinnen und wurde zum dritten Mal Weltmeister. Das Trikot von Kapitän Lothar Matthäus aus dem Turnier, mit Autogrammen der ganzen Mannschaft, ist bei uns im Museum ausgestellt. Völler und Rijkard, die beiden Rotsünder aus dem Achtelfinale, versöhnten sich übrigens wieder und traten sechs Jahre später zusammen auf – in einem Werbespot für Butter.

 

Sonntag, 3. Mai
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018, Belgien – Japan 3:2 (Achtelfinale)
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Es war eine extrem bittere Niederlage, die Japan das Aus im Achtelfinale der WM 2018 in Russland bescherte. Nach einem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit führten die Japaner bereits mit 2:0 gegen das Team aus Belgien. Doch anstatt sich aufzugeben, schafften diese bis zur 74. Minuten den Ausgleich. Zum Ende der Nachspielzeit gab es dann noch einmal Ecke für Japan. Doch statt diese Chance für sich zu nutzen, konterten die Belgier die Japaner eiskalt aus und erzielten in Buchstäblich letzter Sekunde den Siegtreffer. Belgien war damit seit 48 Jahren das erste Team, dem es gelang, in der K.-o.-Runde einer FIFA Weltmeisterschaft einen 2:0 Rückstand in einen Sieg zu verwandeln. Trotz des bitteren Aus zeigte das japanische Team, und auch ihre Fans, wahre Grösse. Wie auch in den WM-Gruppenspielen sammelten die Fans in den Sektionen des Stadions, in denen sie das Spiel verfolgt hatten, den Müll ein. Gleichzeitig verliessen Mannschaft und Betreuer ihre Kabine in perfekt aufgeräumten Zustand. Dazu hinterliessen sie eine Dankeskarte und einige winzige Origami-Faltungen für ihre Gastgeber. Eine dieser Dankeskarten ist bei uns im Museum ausgestellt.

 

Montag, 4. Mai
FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019, Frankreich – Brasilien 2:1 n.V. (Achtelfinale)
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Gastgeber Frankreich ging nach drei Siegen in der Gruppenphase als Favorit ins Achtelfinale gegen Brasilien. Die Brasilianerinnen gewann zwar zwei ihrer drei Gruppenspiele, belegten dort aber trotzdem nur den dritten Platz. Trotz einer torlosen ersten Halbzeit war es eins der spannendsten Spiele der WM. Erst in der 52. Minute erzielte die Französin Valérie Gauvin das 1:0. Nach dem Gesetz der Serie wäre damit eigentlich klar gewesen, dass Frankreich das Spiel gewinnen würde. Schliesslich hatten die Franzosen zu dem Zeitpunkt noch nie ein WM-Spiel verloren, wenn sie in Führung gegangen waren und Brasilien hatte gleichzeitig noch nie ein WM-Spiel gewinnen können, bei dem sie 0:1 in Rückstand geraten waren. Doch die Brasilianerinnen scherten sich wenig um eben jene Serie und glichen bereits in der 63. Minute durch Thaisa wieder aus. Fast wäre ihnen in der 87. Minute sogar die Führung gelungen, aber das Tor von Tamires wurde zurecht wegen Abseits nicht gegeben. In der Verlängerung machte es dann Henry wie Henry. Frankreichs Kapitänin Amandine Henry erzielte, nach einem Freistoss in der Nähe der Seitenauslinie, per Fuss das entscheidende Tor, das ihr Team in die nächste Runde schickte und das brasilianische Team nach Hause. Das hatte es bereits im Viertelfinale der WM 2006 gegeben, als ihr Namensvetter Thierry Henry nach einem Freistoss von aussen das einzige Tor im Spiel gegen Brasilien erzielte. Zur Erinnerung an das Spiel 2019 haben wir Amandine Henrys unterschriebene Kaptiänsbinde in unserer Kollektion.