Tina Aeberli bei Sonderausstellung im Museum

Sie ist 26 Jahre alt, zweifache Mutter und kommt aus Zürich. Zudem peilt sie in diesem Sommer ihren Universitätsabschluss in Medizin an. Doch das ist noch lange nicht alles. Tina Aeberli ist zudem sechsmalige Welt- und achtfache Footbag-Europameisterin.

Anlässlich des Internationalen Museumstages am 22. Mai wird sie im Rahmen der Sonderausstellung "StreetFootballArt" im FIFA World Football Museum auftreten. Wir sprachen mit ihr.

Tina, mit gerade einmal 26 Jahren hast Du bereits eine unglaubliche Anzahl an Titeln gesammelt. Wie lautet Dein Erfolgsgeheimnis?
Ich liebe einfach meinen Sport! Im Alter von 14 Jahren habe ich sehr viel geübt und trainiert. Es ist das beste Alter, um anzufangen, denn man lernt wahnsinnig schnell. Man benötigt nicht viel Platz und auch keine besondere Ausrüstung. Man kann während der Pausen in der Schule oder beim Warten auf den Bus üben - ich hatte immer einen Footbag bei mir. Es war nie so, dass ich mich darauf konzentriert habe, besonders gut zu werden, aber wenn ich an Turnieren teilgenommen habe, wurde mir bewusst, dass ich bereits in der höchsten Liga war.

Hast Du sofort gemerkt, dass Du über ein natürliches Talent für diesen Sport verfügst?
Nein, keinesfalls! Ich bin zwar eine sportliche Person und mir war bewusst, dass ich schneller als manch andere lernen würde, aber ich hätte nie gedacht, dass ich diese Entwicklung nehmen würde. Ich wusste, dass es Footbag gibt und worum es dabei ging, aber ich hatte es niemals wirklich ausprobiert. In einem Sportcamp gab es dann einen Footbag-Workshop und ich musste quasi eine Woche lang üben. Es hat mir gefallen, und auch wenn es sehr schwer war, hatte ich nach einer Woche die Basics drauf.

Von Paris nach San Francisco - dank Footbag hast Du die Welt gesehen. Hast Du einen Lieblingsmoment?
Vielleicht mein erstes grosses Turnier ausserhalb von der Schweiz - es war die WM 2005 in Helsinki. Ich war neu in dieser Szene and reiste alleine, aber ich habe tolle Erinnerungen daran. Ich nahm an drei Disziplinen teil, konnte zwei davon gewinnen und wurde bei der dritten Zweite. Unter den Teilnehmern herrschte eine wetteifernde, aber sehr freundliche Atmosphäre. Sie haben mich herzlich willkommen geheissen und ich mochte die Tatsache, dass es nicht nur um den Sport, aber auch um den Freundeskreis ging. 

[STANDALONETEXT text="INTERNATIONAL MUSEUM DAY: UNSER PROGRAMM

- GRAFFITI EXHIBITION by ONE TRUTH

- PHOTO EXHIBITION von urbanen Fussball-Landschaft

- STREET DANCE SHOW & WORKSHOP mit KELECHI ONYELE

- FOOTBAG SHOW & WORKSHOP mit Weltmeisterin TINA AEBERLI

- STREET FOOD im Bistro des Museums"

Wie häufig trainierst Du? Nimmst Du immer noch an internationalen Wettbewerben teil?
Nach wie vor regelmässig, ja! Aber ich habe nicht mehr so viel Zeit dafür wie vorher, da ich mich aktuell in der finalen Phase meines Studiums, die sehr zeitintensiv ist, befinde und zwei kleine Kinder habe. Ich gehe ungefähr dreimal die Woche ins Training und nehme nach wie vor an den wichtigen Turnieren teil. Mein Ziel ist es, noch einmal an der WM teilzunehmen - und noch einmal zu gewinnen.

Wurdest Du durch den Fussball dazu animiert, Footbag auszuprobieren?
Ich mag es, mit dem Fuss und dem Ball zu spielen, deshalb half der Fussball wohl dabei, mich im Footbag zurechtzufinden. Ich spiele auch immer noch gerne Fussball, aber nur mit meinen Freunden. Meine Lieblingsmannschaft ist der FC Barcelona, wegen seiner Geschichte und seinem Spielstil - sehr technisch geprägt.

Was können die Besucher am 22. Mai von Deinen Auftritten im Museum erwarten?
Ich werde eine Footbag-Show präsentieren, wie ich sie bei Turnieren darbiete. Dann mache ich eine Session mit einigen Footbag-Klubs aus Zürich. Es ist schwierig, zu sagen, was wir mit den Besuchern machen werden, denn wir kennen ja noch nicht ihr Niveau. Aber ich erwarte eine talentierte Gruppe, denn sie wird fussballbegeistert und deshalb daran gewöhnt sein, den Ball hochzuhalten.