Unveröffentlichte Bilder von Erfolgstrainer Vittorio Pozzo

Vittorio Pozzo führte Italien binnen vier Jahren zu zwei WM-Titeln und einem Olympiasieg. Dieses unveröffentlichte Foto von 1934 aus seiner Privatsammlung konnte das Museum mit Hilfe seines Enkels vom Turiner Staatsarchiv erwerben. Unsere Pozzo-Sammlung umfasst mehr als 1000 weitere Fotos und über 400 Dokumente.

Viele dieser Fotos stammen von den Weltmeisterschaften 1934 und 1938. Einige sind faszinierende Schnappschüsse abseits des Spielfelds: Spieler, die im Bett Tee trinken, miteinander raufen, Motorrad fahren oder Tischtennis spielen. Ein Bild zeigt Felice Borel beim Telefonieren, ein anderes Raimundo Orsi, wie er für seine Kollegen Handorgel spielt. Zusammen ergeben sie ein Bild des erfolgreichsten Trainers des Landes.

Die über 400 Dokumente im Archiv des Museums lassen darauf schliessen, dass Pozzo ein fast schon besessener Sammler war und sich von nichts trennen konnte. So blieben alle akribischen Aufzeichnungen zu seinen Spielern, ihren Verletzungen, den Kollegen, mit denen sie das Zimmer teilten, und ihren Essgewohnheiten erhalten. Er behielt aber auch Spielberichte, Briefe, Bordkarten, Hotelblöcke, offizielle Programme und selbst Quittungen für die Wäsche.

Pozzo beauftragte ehemalige Profispieler, zukünftige Gegner und interessante Spieler zu beobachten. Er überliess offenbar nichts dem Zufall. Die Berichte waren so detailliert, dass sie sogar Angaben zu den Charaktereigenschaften der Spieler enthielten. Einige dieser Berichte befinden sich nun in der Sammlung des Museums.

Der italienische Nationaltrainer achtete auf jedes Detail und hatte damit Erfolg. Acht Siege, ein Unentschieden und ein Torverhältnis von 23:8 sind die Bilanz seiner Mannschaft bei den Weltmeisterschaften 1934 und 1938, was ihm den Übernamen „Il Vecchio Maestro“ (grosser Meister) einbrachte.

Pozzo, der im Dezember 1968 verstarb, hat einen wahren Fundus hinterlassen, für dessen Sichtung ein Team des Museums weit mehr als eine Woche benötigte. Von Trainingsanzügen über Schreibmaschinen bis hin zu Bildern und Programmen ist alles zu finden. Sein Haus war voller Erinnerungsstücke und damit selbst ein Museum.

Zu guter Letzt arbeitete er auch als Journalist und verfasste regelmässig Kolumnen – selbst während der Weltmeisterschaften. Auf dem Foto oben schrieb er vielleicht einen Artikel für die Turiner Tageszeitung La Stampa. Möglicherweise war es sein Berufsethos, der ihn zu einem so sorgfältigen Chronisten des internationalen Fussballs machte. Wie auch immer, die Pozzo-Sammlung des Museums ist eine würdige Hommage an den einzigen Cheftrainer, der zweimal Weltmeister wurde.

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